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Physiotherapeutin Hannah Stroh zeigt, wie es geht: Manchmal muss man umgreifen und sich überwinden, um an den nächsten Griff zu kommen, aber der Mut wird belohnt.

Therapeutisches Klettern stärkt das Selbstvertrauen

Rehafit im Heilig Geist betreut das Angebot für Patienten der Psychosomatik

Einmal in der Woche macht sich eine Kleingruppe aus maximal fünf Patienten gemeinsam mit Physiotherapeutin Hannah Stroh auf den Weg zur bischöflichen Realschule Marienberg. Das Ziel: Die Kletterwand in der Eingangshalle der Schule. "Als wir vorhin hier ankamen dachte ich noch, das ist ja Kindergarten, aber es ist ganz schön anstrengend", sagt eine junge Frau und ringt dabei nach Luft. Sie ist Patientin der Klinik für Psychosomatik im Heilig Geist. Dem Kletterkurs wurde sie von ihren Therapeuten zugeteilt. Der Kurs wird in Boppard von Rehafit begleitet und stellt eine Ergänzung zum Therapieangebot der Psychosomatik dar. Er verfolgt weniger das Ziel, körperliche Beschwerden zu behandeln. Im Vordergrund steht vielmehr, die Patienten zur Aktivität und Eigeninitiative anzuregen, denn die ist bei vielen krankheitsbedingt nur gering ausgeprägt. "Die Klettergruppen sind eigentlich immer sehr angenehm, aber manchmal ist es eine Herausforderung, die Leute zu motivieren", erklärt Stroh. "Manche Nüsse sind schwer zu knacken. Sie haben entweder keine Lust oder trauen sich anfangs nicht. Dann ist die Freude umso größer, wenn sie sich doch überwinden". Um den Kurs anbieten zu dürfen, hat die Physiotherapeutin eine Weiterbildung im therapeutischen Klettern absolviert.

Die Kletterwand in der Realschule ist nicht hoch, aber breit. Eine Absicherung mit Seil ist nicht erforderlich, doch die Physiotherapeutin gibt Hilfestellung und Sicherheit. Verschiedene Aufgaben wie "Klettern nach Farbe" erhöhen den Schwierigkeitsgrad, denn die Abstände zwischen den Griffen und Tritten werden größer. Spielerische Übungen lockern das Training zwischendurch auf und helfen, Motivationstiefs zu überbrücken. Über die Erfahrung der Selbstwirksamkeit sollen die Teilnehmer das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten wiederfinden, Selbstvertrauen tanken, Spaß haben und von ihren Sorgen abgelenkt werden. Die körperliche Anstrengung hilft den Patienten auch, sich und ihre Körper wieder zu spüren und bewusst wahrzunehmen. Eine weitere positive Wirkung stellt sich ganz von allein ein: Das Miteinander und der verantwortungsvolle Umgang: "Du machst das gut", "Nur noch zwei rote Knöpfe", "Gleich hast Du es geschafft" - die Patienten motivieren sich gegenseitig, geben Hilfestellung und loben sich. Und zwar ganz ohne, dass Stroh sie dazu animieren muss. Ob sie in der nächsten Woche wieder mitklettern wollen? Na klar!

In der Klinik für Psychosomatik im Heilig Geist wird das gesamte Spektrum der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie angeboten. Die Patienten leiden beispielsweise unter Depressionen, Ängsten oder Zwängen mit körperlichen Symptomen, bei denen psychische Faktoren eine Rolle spielen. Viele Betroffene haben auch Schwierigkeiten bei der Verarbeitung belastender Erfahrungen, beim Umgang mit chronischen Erkrankungen oder Krebserkrankungen. Im Heilig Geist werden Sie unter anderem mittels analytisch orientierter Psychotherapie, Ergotherapie, körper- und musiktherapeutischen Angeboten, Sozialberatung und Reha-Sport unterstützt und über mehrere Wochen stationär versorgt. Kontakt: Klinik für Psychosomatik im Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Heilig Geist, Dr. Hermann Schubert, Telefon: 06742 101-6685.

Pressemitteilung

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Zuletzt aktualisiert am: 28.07.2017
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